Unser Golfplatz - Lage, Klima, Boden, Fauna und Flora

Ebenfalls zum 25-jährigen Jubiläum hat unser Mitglied, Dr. Bernd Werminghausen, eine Expertise zu Lage, Klima, Boden, Fauna und Flora des Golfplatzes erstellt. Die Bedenken und Vermutungen kritischer Umweltschützer, die eine Schädigung oder Zerstörung des Naturraums durch die Anlage der Spielbahnen und den Spielbetrieb an sich befürchteten, könnten weitgehend entkräftet werden. Auch die zuständigen Stellen bei der Stadt Neustadt waren und sind nachhaltig von der sachlichen und sachkundigen Darstellung beeindruckt.

Die Lage


Blick auf die Haardt

Unser Golfplatz ist am Rande des über 8000 ha großen Landschaftsschutzgebietes "Rehbach - Speyerbach" gelegen, das zu fast 80 Prozent bewaldet ist und unter anderem den Ordenswald und den Schifferstadter Stadtwald umfasst. Er grenzt mit den Bahnen 11 bis 16 an das etwa 190 ha große Naturschutzgebiet "Königswiesen - Lochbusch".
Zur Erinnerung: Landschaftsschutzgebiete dienen der Erhaltung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts. Der Erhaltung und Wiederherstellung der Vielfalt, der Eigenart beziehungsweise der Schönheit eines Landschaftsbildes, sowie der Erholung des Menschen in der Natur. Naturschutzgebiete sind typisch für den Charakter einer Landschaft. Sie dienen in besonderer Weise der Erhaltung von Lebensgemeinschaften und Lebensstätten für seltene, für die Landschaft typische Pflanzen und Tierarten.
Geologisch gesehen liegt unser Platz im Bereich eines breiten, dreieckförmigen Schwemmfächers, der durch die aus dem Pfälzer Wald von West nach Ost dem Rhein zustrebenden Flüssen Rehbach, Speyerbach und Modenbach gebildet wurde. Im Süden grenzt er an eine der für die vorderpfälzische Landschaft typischen Lößplatten, die fruchtbaren Gäuböden, die vor allem für landwirtschaftliche Spezialkulturen wie den Anbau von Frühgemüsen, Spargel, Tabak und neuerdings auch Sonnenblumen genutzt werden.
Im Westen ist das Gebiet durch die fast ausschließlich weinbaulich genutzte Vorhügelzone begrenzt.

Das Klima

Klimatisch liegen wir in einem - auch aus Sicht der Golfer - prädestinierten Gebiet. Die geringe Höhe (110 Meter NN) und die durch Pfälzer Wald und Odenwald abgeschirmte Beckenlage führen zu Wärmegewinn. Das äußert sich darin, dass vor allen anderen Landschaften Deutschlands der Frühling zuerst ins oberrheinische Tiefland einzieht. Konkret bedeutet das, dass die Vegetationszeit - das ist die Zahl der Tage mit einem Temperaturmittel von mindestens 5 Grad Celsius - in der Rheinebene mit 240 bis 250 Tagen am längsten in ganz Deutschland dauert, während sie zum Beispiel im nahen Pfälzer Wald nur 210 bis 220 Tage lang ist. Der höhere und langandauernde Wärmegenuss ermöglicht nicht nur den Anbau ursprünglich in den Subtropen beheimateter Pflanzen wie Weinrebe, Pfirsich, Mandel, Feige und Kiwi, sondern ist auch eine Voraussetzung dafür, unseren schönen Golfplatz fast ganzjährig bespielen zu können.
Wir leben aber nicht nur in einer der wärmsten, sondern auch in einer der niederschlagärmsten Landschaften Deutschlands. Die Gesamtniederschlagsmenge liegt bei uns im Durchschnitt der Jahre um 550 Liter pro Quadratmeter, während sie zum Beispiel im Raum Heidelberg 700 bis 800 Liter pro Quadratmeter beträgt.
Die Niederschlagsverteilung im Laufe eines Jahres ist in der Regel nicht ausgeglichen. Im Sommer ist die Menge größer als im Winter. Die stärkere Erwärmung in der Rheinebene führt im Sommer häufiger zu vertikalem Luftanstieg, was sich übrigens gut an den typischen Wolkentürmen, aber auch an den Segelfliegern und den kreisenden Greifvögeln beobachten lässt. Dabei erhöht sich die Neigung zu Gewitterbildung und nachfolgendem Starkregen.
Die winterlichen Niederschläge fallen in der Regel aus Schichtwolken der durchziehenden Tiefdruckgebiete. Für die Grundwasserbildung aber sind die von der Menge geringeren Winterniederschläge ergiebiger, weil diese Regen- oder Schneefälle länger andauern, die Pflanzen in dieser Zeit weniger Wasser benötigen und allgemein weniger Wasser verdunstet.
Die Tatsache aber, dass man in unserem Gebiet mit einer jährlichen Wasserverdunstung von circa 600 Liter pro Quadratmeter rechnen muss, macht deutlich, welchen hohen Stellenwert die Beregnung für die Existenz der Landwirtschaft, aber auch für die Qualität unseres Golfplatzes besitzt.

Der Boden

Die Bodenverhältnisse unseres Platzes sind durch zig Jahrtausende von Wasser und Wind, von Hitze und Kälte geprägt. Sie wurden durch das Gewässernetz - hier Rehbach, Speyerbach und Modenbach und vor allem dem Rhein - im Rhythmus der Klimaschwankungen der Eiszeitalter gestaltet. In der Eiszeit herrschte eine Tundrenlandschaft vor, in der im Sommer reichlich Schmelzwasser vorhanden war, das den Gesteinschutt aus dem Bergland (vornehmlich Buntsandstein aus dem Pfälzer Wald) in die Ebene verfrachtete. Wie der Rhein, so schütteten auch die zufließenden Bäche ihre Sand- und Kiesfracht in Form der Schwämmfächer auf. Neben dem Wasser formte vor allem der Wind durch Anwehen von Löß und Flugsand die Bodenstrukturen. Durch An- und Überlagerungen kam es zu Sedimentationen und somit zur Ausbildung unterschiedlichster Bodentypen. Sie reichen von der Düne bis zum Moor. Von Ton bis Flugsand sind auf unserem Platz alle Übergänge und somit alle Bodenarten vorhanden. Diese Vielfalt bedingt den Reichtum von Flora und Fauna und vermittelt auf kleinstem Raum die Vielfältigkeit der vorderpfälzischen Landschaft.

Die Fauna und die Flora

Kiefern- und Eichen-Hainbuchenwälder, Birken-Stieleichenwälder, Erlen-Eschen-Bruchwald und Erlenbruchauen, das heißt eine Vielzahl von Weich- und Hartholzarten bilden als Wälder, Bachauen und Hecken die nahe und ferne Kulisse unserer Spielbahnen.
An den feuchteren Spielorten stehen unter anderem Erlen, Weiden, Pappeln, auf den nur wenige Zentimeter höher liegenden, nährstoffreicheren Böden Stieleichen, Eschen, Feldahorn, Wildkirschen und die so herrlich blühende Traubenkirsche.
Unterwachsen und begleitet, vor allem an den Bachläufen, Gräben und Wegen vom Hasel, Hartriegel, Wildrose, Schlehe, Weißdorn und den im Herbst mit seinen reichen Früchten prahlenden Pfaffenhütchen. Auf den nährstoffärmeren Böden sind vor allem die Kiefern zu Hause, in und am Rande ihrer lichten Bestände findet auch die Birke ihren Platz. Auf den anspruchslosesten Flugsand-Standorten wachsen die Robinie, die Leitpflanze des Heidewaldes, und der Sanddorn.
In Wald und Hecken begegnen sich nicht nur Fuchs und Hase, es stehen Rehe und leider auch Wildschweine ein. Eichhörnchen und Kaninchen haben hier ein zuhause. Rotkehlchen, Buchfinken, Mönchsgrasmücke, Amseln, Singdrosseln, Nachtigallen und Kuckuck, und im frühen Sommer der Pirol erfüllen mit ihrem Gesang Luft und Herzen.
Am südwestlichen Rand des Platzes kann man die grazilen Bachstelzen beobachten und Feldlerchen singend in die Lüfte steigen sehen. Im Frühling brüten an Hecken, Bächen und Gräben Fasanen und auch die Nachtigall. In der Luft tummeln sich über Wiesen und Fairways Kiebitze, und im benachbarten Naturschutzgebiet sollen auch Bekasine und Wachtelkönig zu Hause sein. An alten Bäumen pochen die Spechte, Krähenvögel und Wildtauben bauen in den Kiefern ihre Nester, und in den höchsten Pappeln horsten Greifvögel, wie Milan und der seltene Wespenbussard.
Am beeindruckendsten ist, wenn man sich dafür Sinn und Auge bewahrt, der Reichtum der "kleinen" Pflanzenwelt. Auch hier erklärt sich die Vielfalt aus den unterschiedlichen Boden- und Feuchtigkeitsverhältnissen und der besonderen Lage der Oberrheinischen Tiefebene. Der Oberrheingraben verbindet über die Burgundische Pforte und das Rhônetal die Mitte Europas mit dem Mittelmeer. Es ist dieses nicht nur der Weg der Zugvögel, sondern auch eine "Schiene", auf der Pflanzen von Süd nach Nord und von Nord nach Süd wandern und somit zum Artenreichtum der Landschaften beitragen. Es wäre witzlos, die Vielzahl der Blütenpflanzen und Gräser, die unsere Spielbahnen begleiten - es sind über 300 Arten nachgewiesen - einzeln zu nennen. Nur auf einige landschaftstypische oder besonders interessante oder selten gewordene Exemplare soll bei einem Rundgang entlang der 18 Bahnen hingewiesen werden.

Schon auf dem Weg vom Parkplatz zum Clubhaus begrüßen uns im frühen Frühling in dem Eichenbestand Buschwindröschen (Anemone nemorosa), zwischen denen kleine und größere Horste von Veilchen (vor allem Viola odorata) und leuchtend gelber Huflattich (Tussilago farfara) wachsen. Sind sie verblüht, so nehmen bald die Maiglöckchen (Convallaria majalis) ihren Platz ein. Der Duft der Maiglöckchen begleitet uns auf dem ersten Fairway, wo größere Bestände in den die Bahn säumenden Kiefernwäldern wachsen und manche Golferin oder manchen Golfer verlocken, ein Sträußchen zu pflücken. Kein Problem, wenn man nur die Blüte zupft, die Pflanze aber unbeschädigt läßt. An dem auch hier fast zur gleichen Zeit blühenden Salomonssiegel (Polgonatum odoratum) sollte man sich nur erfreuen, es ist sehr selten geworden. Zum Sommer erblüht zusammen mit vielen Begleitpflanzen des lichten Kiefernwaldes, wie Wald-Erdbeere (Fragaria vesca) und Heidekraut (Calluna vulgaris) eine Kostbarkeit: das selten gewordene Tausendgüldenkraut (Erythraea centaurium). Den Abschlag und die Bahn 2 begleiten links und rechts fast bis zum Graben lichte Bestände des Eichen-Hainbuchenwaldes, der sich dann vor allem an der rechten Spielbahngrenze - für uns Golfer als rough - in Art einer feuchten Talauenwiese bis zum Grün fortsetzt. Hier kann man von Frühling bis Herbst eine Vielzahl blühender Pflanzen und Gräser beobachten, wie zum Beispiel das Waldvergißmeinnicht (Myosotis sylvatica), Sumpf-Helmkraut (Scutellaria galericulata), Bach-Nelkenwurz (Geum rivale). Ähnliches kann zu Bahn 3 gesagt werden, nur deutet sich hier schon der Übergang zu einer auf trockenerem Boden stehenden Wiesenblumengesellschaft an. Auf dem Weg von Grün 3 zu Abschlag 4 kann man sich im Frühling noch an einem Bestand der leider auch auf unserem Platz selten gewordenen Schlüsselblumen (Primula elatior) erfreuen. Von Abschlag 4 geht das die rechte Seite begrenzende rough vom feuchten in einen trockeneren, nährstoffreicheren, an der linken Seite in einem sandigen, nährstoffarmen Wiesenbereich über. Besonders an der rechten Seite wachsen Pflanzengemeinschaften, die uns im Frühling und Sommer ais Blumenwiese erfreuen: Wiesen-Salbei (Salvia pratensis), Gemeine Braunelle (Prunella vulgaris), die in vielen Formen höher oder niedriger wachsenden Glockenblumen (Campanula var.), Hahnenfuß (Ranunculus var.) und Fingerkrautgewächse (Potentilla var.) gehören dazu wie Wickenarten (Vicia var.), Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacca), Pechnelke (Lychnisviscaria), Schafgarbe (Achillea millefolium), Wiesen-Pippau (Crepis biennis), Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis) und weiß-, rot- oder gelbblühende Kleearten (Trifolium var.). Die Blüten der verschiedenen Bocksbart-Arten stellen eine Art "biologische Uhr" dar. Bei schönem Wetter sind zum Beispiel die Blüten des orientalischen Bocksbarts bis elf Uhr und die des Wiesen-Bocksbarts bis vierzehn Uhr geöffnet.
Der aus spieltechnischen Gründen ein- bis zweimal jährlich erforderliche Schnitt der rough-Flächen beeinträchtigt, wenn er nicht zu tief durchgeführt wird, die Pflanzengemeinschaften kaum. Der nicht gemähte Außenrand der roughs aber sollte sich und den Tieren als Rast-, Nist- und Rückzugsraum überlassen bleiben.

Die links der Bahn 4 verlaufenden roughs gehen - das setzt sich auch links und rechts der Bahn 5 fort - in nährstoffarme Magerwiesen über. Charakteristische Pflanzen dieser sandigen Trockenrasenflächen sind häufig lückenhaft stehende Pflanzen wie Natternkopf (Echium vulgare), Teufelskralle (Phyteuma orbiculare), Hornklee (Lotus corniculatus), Sonnenröschen (Helianthemum nummularium), Echtes Labkraut (Galium verum), Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium), Ruhr-wurz (Pulicaria dysenterica), bunte Kornwicken (Coronilla varia), sowie verschiedene Storchschnabelarten (Geranium var.), Dost (Origanum vulgare) und Thymian (Thymus pulogioides).

Wenn man an Abschlag 5 warten muss und die Zeit nutzt, sich umzusehen, dann kann man im Sommer zwischen den Kiefern ausgedehnte Horste sehr niedrig wachsender Geranium und Viola tricolor - die Urform unseres Stiefmütterchens - entdecken.
Bahn 6 ist durch den Graben geprägt. Neben Gräsern und Seggenarten wachsen dort das Bachbungen-Ehrenpreis (Veronica beccabunga), die Wasser-Sumpfkresse (Rorippa amphibia), der Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris), der Wasser-Knöterich (Polygonum amphi-bium), Sumpf-Ziest (Stachys palustris), der Echte Baldrian (Valeriana officinalis) und der Gemeine Beinwell (Symphytum offi-cinale). Nicht zu übersehen aber sind zur Zeit ihrer Blüte im Frühling die Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris) und im Sommer die gelbe Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus) und der rosa bis purpurrote Blutweiderich (Lythrum salicaria).

Bahn7_Richtung AbschlagHinter dem Graben gehen die Ränder der Spielbahnen 6 und 7 in den Bereich der landwirtschaftlich genutzten Lößplatte, die fruchtbaren Gäuböden, über. Nicht nur die Getreide-, Mais-, Tabak- und Sonnenblumenfelder grüßen herüber, sondern auch Acker-Wildkräuter wie Klatsch-Mohn (Paparer rhoeas), Wegwarte (Cichorium intybus), Erdrauch (Fumaria officinalis), Kornblume (Centaurea cyanus), Färber-Waid (Isatis tinctoria), Kornrade (Agrostemma githago), Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis), Wilde Malve (Malva sylvestris), Acker-Gauchheil (Anagallis arvensis) dringen mit vielen anderen Pflanzen vom Acker in die Roughs ein.

Im Walde auf dem Weg von Green 7 zu Abschlag 8 wachsen Waldmeister (Galium odoratum) und die Einbeere (Paris quadrifolia). Für die Ränder der Bahn 8 gilt ähnliches wie für Bahn 1. In dem dichteren Teil des Waldes wachsen vereinzelt Bittersüße Nachtschatten (Solanum dulcamara), das Wechselblättrige Milzkraut (Chrysosplenium alternifolium), sowie die hochgiftige Tollkirsche (Atropa belladonna). Der letzte Abschnitt der Bahn 8 und die Bahn 9 sind als eine Einheit anzusehen, die im nördlichen rough-Bereich in nährstoffärmeren Sandboden, im südlichen in den fruchtbareren Boden der Lößplatte übergeht, so daß sich am rechten Rand des roughs vorwiegend Pflanzen aus der Gesellschaft der Acker-Wildkräuter, im linken Rough der Mager-Wiesen finden.

Ab Bahn 10 kommen wir dann in den Bereich der Feuchtwiesen mit zum Teil schweren bis anmoorigen Böden und hohem Grundwasserstand. Anstelle der mehr oder weniger breiten roughs trennen Gräben, deren Verlauf durch Baumpflanzungen markiert ist, die Spielbahnen.
Bahn 10 wird vom Abschlag bis zur Mitte von Bahn 11 von einem Eichen-Hainbuchenbestand begleitet. Der die Spielbahn durchquerende und danach begrenzende Graben zeigt einen ähnlichen aber stärker unter dem Spielbetrieb leidenen Pflanzenbestand wie Bahn 6. Sumpf-Dotterblume (Calta palustris),Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus) und Röhren-Wasserfenchel (Oenanthe fistulosa) sind seltener geworden. Hinter Grün 10 und entlang dem Abschlag 11 liegt ein Bereich, der noch charakteristisch als Standort für die Pflanzengemeinschaft der Feuchtwiesen ist. Wiesen-Storchenschnabel (Geranium pratense), Sumpf-Helmkraut (Scuttelaria galericulata), Bachbungen-Ehrenpreis (Veronica beccabunga), Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), Gelbe Wiesenraute (Thalictrum flavum), Pfennigkraut (Lysimachia nummularia), Ruhrwurz (Pulicaria dysenterica), Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis floscuculi), Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis), das selten gewordene Gnadenkraut (Gratiola officinalis) und nicht zuletzt die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale), die im Frühling ihre tiefgrünen, mastartigen Blätter zeigt und im Herbst ihre krokusartigen Blüten schiebt, sind hier unter anderem zu entdecken. Dieser Bereich sollte unverändert den sich hier seit Urzeiten gebildeten Pflanzengemeinschaften überlassen bleiben, um so einen, wenn auch kleinen Ruhe- und Rückzugsraum für die Flora und Fauna der Feuchtwiese zu erhalten.

Bahn 11 verläuft mehr und mehr in den anmoorigen Bereich, der begleitende Eichen-Hainbuchenwald geht in den Erlenbruchwald über. Im Übergang dieser Waldgemeinschaften liegt außerhalb unseres Platzes ein aus Sicht der Botaniker in Deutschland einmaliger Bestand der Wunder-Segge (Carex appropinquata). Der Standort ist eine Exklave des Naturschutzgebietes "Lochbusch-Königswiesen". Entlang dem Graben zum Weiher hin bestimmen vor allem Seggen und einige Binsenbestände das Bild. Seggen zählen zu den Pionierpflanzen. An extrem feuchten Standorten spielen sie bei der Verlandung von Wasserpflanzen eine besondere Rolle, sie sind somit die charakteristischen Pflanzen für Riedwiesen und Flachmoore.
Um den Weiher, besser in dem Weiher ist es still geworden. Aber das liegt nicht in der Verantwortung der Golfer. Es bleibt zu wünschen, daß sich der alte Zustand bald wieder herstellt und die zahlreichen heimischen Wasserpflanzen wie Pfeilkraut (Sagittaria sagittifolia), Wasserfeder (Hottonia palustris), Froschlöffel (Alisma aquatica), Flutender Hahnenfuß (Ranunculus fluitans), Tannenwedel (Hippuris vulgaris), Schwimmendes Laichkraut (Potamogeton natans) und die Kleine Wasserlinse (Lemna minor) wieder grünen und blühen. Dann werden sich auch die Frösche dort wieder zu Hause fühlen, blaue Libellen über das Wasser schweben und Stockenten und Reiher wieder zu Besuch kommen.

Auf keinen Fall sollte man sich um Grün 11 herum von den immer seltener vorbei gleitenden Ringelnattern oder Blindschleichen erschrecken lassen, sie sind ungefährlich und wollen nur eines: ihre Ruhe.

Bahn 12 ist durch den Schilf-Biotop geprägt. Schilf (Phragmitis australis) ist in seinem Lebensraum - feuchte, nährstoffreiche Böden, frei von Hochwasser, frei von Beschattung durch Bäume - so konkurrenzstark, daß kaum Platz für andere Pflanzen bleibt. Nur im Frühjahr blühen an wenigen, besonders feuchten Stellen die gelbleuchtende Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris), und im Sommer ranken besonders an den Rändern Zaunwinde (Calystegia sepium) und Bittersüßer Nachtschatten (Solanum dulcamara) an den glatten Schilfstengeln empor. Das rough rechts der Bahn geht nahtlos in das
Naturschutzgebiet über. Zwar gehören die großen, um die Pfingstzeit blühenden Kuckucks-Lichtnelkenwiesen (Lychnis floscuculi) der Vergangenheit an, aber immer noch blühen hier Sumpf-Storchschnabel (Geranium palustre), Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides), Sumpf-Helmkraut (Scutellaria galericu-lata), Schlangen-Knöterich (Polygonum historta) und weiterhin die Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis floscuculi), Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis), Echter Baldrian (Valeriana officinalis) und vor allem vornehmlich im Schutzgebiet die schon einmal als ausgestorben geltende Salzbunge (Samolus valerandi).

Von Abschlag 13 läßt sich die Schönheit und Besonderheit der pfälzischen Auenlandschaft, die in der Ferne durch die blauen Berge des Pfälzer Waldes begrenzt ist, in besonderer Weise erleben. Die letzten Bestände heimischer Orchideen aber, die früher im Bereich zwischen Abschlag 13 und Green 14 blühten, sind leider verschwunden.

Entlang des Grabens zwischen Bahn 13 und 14 haben sich häufig auf kleinstem Raum Pflanzengemeinschaften gebildet, die sich unter anderem aus Kriegenden-Günsel (Ajuga reptans), Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis) und polsterartig wachsender Ehrenpreis (Veronica) - auch Männertreu genannt - zusammensetzen.

Grün 14 ist vom Erlenbruchwald begrenzt. Die Bahn 15 aber führt uns wieder aus dem anmoorigen Gebiet in einen Feuchtwiesenbereich, der erst am Abschlag 18 endet. Bäume und Sträucher, die auenartig entlang des die Bahnen 15 und 17 begrenzenden Weges beziehungsweise Grabens wachsen, lassen diesen Übergang erkennen. Neben Erlen, Weiden, Pappeln verdichtet sich von Ost nach West der Bestand an Eichen. Die Seggenbestände werden lichter, am Rande der Bahnen wachsen vornehmlich Pflanzen der Feuchtwiese, unter anderem die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale). Zu finden sind hier weiter die selten gewordene Bachnelkenwurz (Geum rivale) sowie die Kohlkratzdistel (Cirsium oleraceum), die Karde (Dipsacus sylvestris) und das Echte Mädesüß (Filipendula ulmaria).

Bahn 16 ist durch den kleinen Weiher geprägt. An seinen Rändern wachsen unter anderem verschiedene Seggen. In ihm sind Frösche zuhause. In den Tümpeln und Weihern des Schutzgebietes sollten sich noch Moorfrosch, Laubfrosch und die Knoblauchkröte aufhalten. Hin und wieder statten uns die Stockenten einen Besuch ab. Eine typische, üppige Unterwasser- und Schwimmblatt-Vegetation aber hat sich nicht entwickelt. Möglicherweise ist das auf die im Weiher ausgesetzten Graskarpfen zurückzuführen.

Auch der die Bahn 17 durchziehende Graben zeigt die Vegetation, wie sie sich in nährstoffreichen, schlammigen, häufig überfluteten Gräben bildet. Auf Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris), Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus) und Wasser-Fenchel (Oenanthe fistulosa) sei hingewiesen.
Bahn 18 führt uns wieder in einen weniger feuchten, wasserdurchlässigen, sandigen Bereich. Kaninchen graben hier besonders gerne ihre Höhlen. Am Abschlag 18 ist noch ein inzwischen schwacher Bestand der aromatisch riechenden Wasser-Minze (Mentha aquatica) erhalten. Die Bahn selber ist rechts durch einen lichten Kiefern- und links durch einen Birken-Stieleichenwald begrenzt. An beiden Waldrändern wachsen Heidekraut (Calluna vulgaris) und zur gegebenen Zeit eine Fülle von in Form und Farbe unterschiedlicher Pilze. Im lichten Kiefernwald haben sich Weidenröschen (Epilobium augustifolium) und Johanniskraut (Hypericum performatum) angesiedelt. Hin und wieder erblüht dort auch der Fingerhut (Digitalis purpurea) und das wie Honig duftende Geißblatt (Lonicera periclymenum) klettert an Stämmen und Sträuchern zum Licht. Nahe dem Grün ist noch ein kleiner Adler-Farnbestand (Pteridium aquilinium) erhalten.
Wir haben das Glück, einen landschaftlich einmaligen, schönen Golfplatz zu besitzen, der uns den Ablauf des Jahres, Frühling, Sommer, Herbst und Winter zumindest was die Flora und Fauna angeht, in Fülle erleben lässt. Wir sollten uns daran freuen und bemüht sein, Vielfalt und Einzigartigkeit zu erhalten. Bäume müssen zur gegebenen Zeit gefällt und durch neue ergänzt werden. Dabei sollte man eine dem Standort gemäße Auswahl treffen. "Exoten" können sehr schön sein, sie passen aber nicht in diese Landschaft. Neue Baumpflanzungen können aus verschiedenen Gründen sinnvoll sein, zum Beispiel um den Spielbetrieb gegen den zu erwartenden Verkehrslärm einer neu zu bauenden Straße abzuschirmen. Pflanzungen sollten aber nicht zu sehr den Blick in die Weite der umgebenden Landschaft einschränken, denn auch sie ist Stück der Qualität unseres Platzes.
Roughs müssen aus spieltechnischen Gründen sowie Gründen der Fairness ein- bis zweimal pro Jahrgemäht werden. Ihre Ränder aber sollten, wie alle nicht direkt oder indirekt für den Spielbetrieb benötigten Flächen ungestört bleiben, um Pflanzen und Tiere, die sich seit Urzeiten zu Lebensgemeinschaften zusammengefunden haben, Rückzugs- und Ruheräume zu erhalten.
Denn ohne ruhige, ungestörte Brutplätze wird der Gesang der Nachtigall bald verstummen, und ohne Brennesseln gibt es keine bunten Schmetterlinge mehr.